Gemeinde Hemmingen

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09.-16. Juni 2013 im Hemminger Schlosspark

Eine Woche lang gibt es im Schlosspark viel lebendige Kreativität

Der Name der Gemeinde Hemmingen verbindet sich seit jeher mit dem Gedanken an hochkarätige Bildhauerkunst, denn hier lebte der unvergessene Künstler H.C. Zimmerle und seine Witwe, die Bildhauerin Roswitha Zimmerle-Walentin, pflegt nicht nur dessen künstlerisches Erbe, sondern schuf in der Vergangenheit auch selbst etliche Werke, die von den Einwohnern Hemmingens bewundert werden.

Sie war es auch, die sich mit der Idee intensiv beschäftigte, im romantischen Park des Varnbülerschen Schlosses ein Bildhauersymposium zu veranstalten. Am vergangenen Sonntag wurde der Wunschtraum von Roswitha Zimmerle-Walentin Realität, denn am Vormittag eröffnete Bürgermeister Thomas Schäfer das Bildhauersymposium 2013.

Dazu konnte er fünf hoch geschätzte Künstlerinnen und Künstler dieser uralten Kunstgattung begrüßen. Die ganze Woche über waren Claudia Dietz, Heike Endemann, Michaela A. Fischer, Birgit Rehfeldt und Christoph Traub damit beschäftigt, aus Stein oder Holz Skulpturen zu gestalten, die am Sonntag, 16. Juni, um 17 Uhr während einer Finissage der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Für etwa ein halbes Jahr werden die Werke im Schlosspark aufgestellt bleiben.

Während der sehr gut besuchten Eröffnungsveranstaltung bezeichnete Bürgermeister Thomas Schäfer das Bildhauersymposium 2013 als „ein sehr spannendes Projekt“.

Durchgeführt wird es in Zusammenarbeit mit dem Bund freischaffender Bildhauer Baden-Württemberg, dessen Vorsitzender, Tilmann Wolf aus Markgröningen, in seiner Ansprache den Wunsch äußerte, dass dieses, wie er sagte, „Event als das erste, das tollste in die Geschichte der Gemeinde Hemmingen eingehen möge“.

Der Rathauschef dankte insbesondere Roswitha Zimmerle-Walentin für die Idee, solch ein Symposium im Schlosspark durchzuführen, und fand auch dankbare Worte für Ulrich Freiherr von Varnbüler für dessen Bereitschaft, seinen Park zur Verfügung zu stellen und darüber hinaus auch eine finanzielle Unterstützung des Projekts durch die Freiherr-von-Varnbüler-Stiftung zu gewähren. Weitere Sponsoren sind die EnBW-Regional AG sowie die Firma Hagesüd Interspice Gewürzwerke.

Thomas Schäfer schloss seine Rede mit den Worten: „Ich bin mir sicher, dass wir in den kommenden Tagen auch dem einen oder anderen Geheimnis Ihrer - gemeint waren die fünf Künstlerinnen und Künstler - Kunst auf die Spur kommen werden, denn Sie, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums, schaffen für uns einen besonderen Zugang zu Ihrem Schaffen“.

Tilmann Wolf ergänzte noch in seiner Rede, dass während des Symposiums auch ein Dialog zwischen Menschen stattfinden werde. „Der Künstler begibt sich heraus aus der schützenden Einsamkeit des Ateliers. Er begibt sich in den ungeschützten öffentlichen Raum. Er öffnet sich für den Dialog mit dem Betrachter - und das bereits im unvollendeten Schaffensprozess“.

Musikalisch sehr klangvoll umrahmt wurde die Vernissage am vergangenen Sonntag im Rathaus Hemmingen vom Blechbläser-Ensemble der Jugendmusikschule Ditzingen unter der Leitung von Manfred Frank.

Trotz Regens gingen die Künstler ans Werk. Am Montagmorgen begannen die fünf Bildhauer trotz regnerischen und kühlen Wetters mit ihrer schöpferischen Arbeit unter freiem Himmel. Sie legten ihre Werkzeuge zurecht, positionierten den von ihnen ausgewählten Stein oder das mitgebrachte oder im Park vorgefundene Holz auf ihrem jeweiligen Arbeitsplatz und dann ging das Hämmern, Bohren oder Sägen an dem Material, das in Kunst verwandelt werden sollte, kraftvoll los.

Eine ereignisreiche Woche geht zu Ende!

Hemmingen – Eine in besonderer Weise ereignisreiche Woche ging am vergangenen Sonntag zu Ende, denn da fand die Finissage zum Hemminger Bildhauersymposium 2013 im Varnbülerschen Schlosspark statt.

Vier Bildhauerinnen und ein männlicher Kollege hatten innerhalb von nur fünf Tagen unter freiem Himmel neue Werke aus Stein oder Holz geschaffen, die nun für ein halbes Jahr am Ort ihrer Entstehung angesehen werden können. Es sind Skulpturen von außerordentlich hoher künstlerischer Qualität. Diese außergewöhnliche Kunstaktivität stieß auf erfreulich großes Interesse bei Hemminger Bürgerinnen und Bürgern, aber auch bei vielen außerhalb der Gemeinde lebenden Kunstfreunden, die im Lauf der Woche dafür anreisten.

Nachdem die einsatzfreudigen Mitarbeiter des Hemminger Bauhofes unter großen Kraftanstrengungen, bei dem zum Teil auch schweres Gerät in Form von Schaufelladern und Baggern eingesetzt wurde, die Skulpturen von Claudia Dietz, Heike Endemann, Michaela A. Fischer, Birgit Rehfeldt und Christopher Traub auf die jeweils dafür vorgesehenen Plätze im Schlosspark befestigt hatten, wobei sie sich manchen Trick einfallen ließen, um die Werke absolut standfest aufzustellen, konnten sich die mitwirkenden Künstlerinnen und der Künstler entspannt auf die Finissage vorbereiten.

Anzumerken ist jedoch, dass die drei aus Holz, welches bei Baumfällarbeiten im Schlosspark angefallen war, geschaffenen Arbeiten von Heike Endemann nicht auf der grünen Wiese platziert, sondern in Bäumen wirkungsvoll aufgehängt wurden und dass die aus Thuja-Holz gestaltete, an eine schwimmende Person erinnernde Skulptur von Birgit Rehfeldt nun über dem Wasser des Seerosenteichs schwebt.

Damit kann die Präsentation der Ergebnisse des Hemminger Bildhauersymposiums 2013 als originell und attraktiv bezeichnet werden.

Auch für noch sehr junge Besucher des Symposiums hatte dessen Initiatorin, die in Hemmingen lebende und arbeitende Bildhauerin Roswitha Zimmerle-Walentin eine Möglichkeit zur Entfaltung ihrer Kreativität vorbereitet.

In ihrem Zelt konnten sie unter ihrer Anleitung versuchen, aus Speckstein eine Figur zu gestalten.

Und am Freitagnachmittag veranstaltete die Gemeindebibliothek eine Mitmach-Aktion auf dem Symposiumsplatz. Tanja Schwarz, die in der Bibliothek jeden Monat einmal Kinder dazu anregt, kleine Figuren aus grauem Ton zu modellieren, konnte 14 Jungen und Mädchen im Grundschulalter um sich scharen, die mit großem Eifer und erstaunlich großem Talent Tierfiguren formten. Die Mitarbeiterinnen der Bibliothek Petra Obermüller und Nina Seyboth waren selbst auch sehr überrascht, mit welchem Geschick die Kinder alle Arten von Vierbeinern oder von Vögeln, etwa Eulen oder sogar eine Schwanenmama, die in ihrem Gefieder ein Küken trug, aus dem Ton gestalteten.

Am Sonntagnachmittag übernahmen die Landfrauen von Hemmingen die Bewirtung der sehr zahlreich an der Finissage teilnehmenden Besucher.

Bürgermeister Thomas Schäfer sagte in seiner Begrüßung unter anderem: „Geschafft und sichtbar gemacht wurde wirklich viel: Von Montag morgen an lief der Druckluft-Kompressor für die Meißel zur Bearbeitung der Steine und die Kettensägen kreischten. 
Stück für Stück wurden die unbehauenen Steine oder die Baumstämme bearbeitet und am Ende eines jeden Tages konnte man schon ein bisschen mehr erahnen, in welche Richtung es gehen soll“. Er dankte Roswitha Zimmerle-Walentin für ihre unermüdliche Begleitung des Symposiums und den Männern des Bauhofes für manchen ungewohnten Einsatz während der Woche. Dankesworte richtete er an die Mitarbeiterinnen der Bibliothek und natürlich auch an die Sponsoren, durch deren finanzielle Förderung diese Veranstaltung überhaupt erst ermöglicht wurde.

Besonders aber beglückwünschte er die fünf Symposiums-Künstler zu ihren höchst beeindruckenden, ansehnlichen Skulpturen.

Viele anerkennende Worte für die Gemeindeverwaltung und den Gemeinderat von Hemmingen für das gelungene und perfekt gestaltete Symposium fand auch der Vorsitzende des Bundes freischaffender Bildhauer Baden-Württemberg, Tilman Wolf.

Einen profunden Vortrag über die Werke und deren Künstler hörten die Besucher von der in Karlsruhe lebenden Kunsthistorikerin Simone Maria Dietz M.A.. Sie erläuterte sachkundig, transparent und in klarer Wortwahl die Aussagen und Wirkungen der Skulpturen.

Dem Werk aus Maulbronner Sandstein von Claudia Dietz aus Eberdingen begegnen die Besucher des Schlossparks als erstem.Sie bezeichnete es selbst als „einen Wächter, der auf den wunderschönen Park aufpasst“.

Ausgesägt und ausgehöhlt hat Heike Endemann aus Radolfzell die im Hemminger Park einst gewachsenen Stämme einer Robinie und einer Esche. Die rot bemalte Skulptur aus der Esche hängt nun in einer Platane vor dem Seerosenteich und die zweiteilige Arbeit aus dem Holz der Robinie wurde einer Eiche wie eine Manschette umgelegt.

Aus französischem Sandstein meißelte Michaela A. Fischer aus Auenstein-Ilsfeld den Torso eines männlichen Körpers, der, wie dies in einer Vielzahl von Arbeiten dieser Künstlerin zum Ausdruck kommt, Leid und Zerstörung beklagt. Die schwimmende, auf Grundformen reduzierte Gestalt in kantiger Darstellung von Birgit Rehfeldt aus Ostfildern fällt den Besuchern auf, weil sie inmitten des Seerosenteiches ihren Platz gefunden hat.

Auch die 2,60 Meter hoch aufragende Skulptur aus weißem Jura-Kalkstein von Christoph Traub aus Schorndorf, sie stellt einen, wie der Künstler dies bezeichnete, „Hauttorso“ dar, fällt dem Besucher beim Betreten des Schlossparks ähnlich wie die gegenüber stehende Arbeit von Michaela A. Fischer sofort auf.

Am Sonntagabend nahmen die Bildhauerinnen und der Bildhauer mit leiser Wehmut Abschied von Hemmingen und seinem romantischen, idyllischen Schlosspark, den sie im Lauf der Woche als ideales Atelier unter freiem Himmel lieb gewonnen hatten.

Sie verluden ihre im Rathaus und in der Bibliothek in dieser Zeit ausgestellten kleinen Skulpturen ein und sprachen zum Abschied noch einmal großes Lob für das großartige Engagement so vieler Hemminger aus, die zum Gelingen des Bildhauersymposiums 2013 beigetragen haben. Auch der Gedankenaustausch mit den Kollegen sei für sie fruchtbar und anregend gewesen.

Sie würden alle gerne wiederkommen, wenn es hier wieder solch eine Veranstaltung gäbe.

Rudolf Wesner