Gemeinde Hemmingen

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Aktuelles aus dem Rathaus

Besuch aus dem Kongo

Bericht einer Teilnehmerin über den Besuch einer Delegation aus der Demokratischen Republik Kongo in Hemmingen

Eine Partnerschaftsreise

Eine Delegation aus der demokratischen Republik Kongo um den Gospelsänger Paul Balenza war am Donnerstag 6. April 2017 zu Gast in Hemmingen. Paul Balenza und seine Gruppe besuchen zur Zeit verschiedene Stationen in Deutschland, bei denen es um Begegnungen geht, um gegenseitiges Kennenlernen und um einen Austausch über Kultur, Werte, Hoffnungen, Systeme, also kurz über das Leben.
Der Abschluss des Tages in Hemmingen war ein gut besuchtes und rhythmisches Konzert in der evangelischen Laurentiuskirche. Eröffnet wurde das Konzert ganz offiziell von der Hausherrin, Pfarrerin Silke Heckmann und Cathy Plato, der Vorsitzenden des Vereins Ndwenga e.V., Mitinitiatorin dieses Partnerschaftsbesuchs.
Es wurde ausgelassen getanzt und gesungen, da Paul Balenza sein Publik interaktiv mit in sein Konzert einbezogen hat, indem er ihm ein paar leichte Wörter in einer der 4 nationalen Sprachen (sei es Kikongo, Lingala, Swahili oder Tshiluba) aus der demokratischen Republik Kongo beibrachte und sie zum Mitsingen aufforderte. Er zeigte ebenfalls einige Schrittfolgen, die vom Publik gekonnt und getreu nachgetanzt wurden.
So ausgelassen, wie der Tag zu Ende ging, hatte er aber nicht begonnen.
Bereits morgens machte die Delegation aus dem Kongo die Bekanntschaft mit den berühmten Staus in der Region Stuttgart. Trotzdem lief den Besuch, der von Frau Dorothea Nafz gekonnt geplant und orchestriert worden war, ohne Schwierigkeiten ab.
Beim offiziellen Empfang wurde nach der Begrüßung durch den Bürgermeister Thomas Schäfer im Sitzungssaal des Rathauses den Gästen die Geschichte der Stadt Hemmingen dargestellt. Besonders ist den Gästen aus dem Kongo aufgefallen, wie stolz Herr Schäfer von seiner Stadt, ihrer Entwicklung  und ihren Bewohnern ist.
Die Besucher aus dem Süden zeigten sich sehr beeindruckt von den verschiedenen Einrichtungen, die sie besuchen durften, ob es das Kinderhauses in der Eberdinger Straße unter der  Leitung von Fr. Heike Schiele war oder die Grundschule, deren Führung der Rektor Eberhard Kammerer persönlich übernahm, sowie der kurze Besuch des Hortes (Ganztagesbetreuung ) mit dessen Leiter Herrn Matthias Euchner. An jeder Station war nur wenig Zeit für einen Austausch möglich. Besonders berührt war die Delegation über die Begrüßung der Kinder des Kinderhauses, die für die Gelegenheit ein afrikanisches Begrüßungslied für die Gäste aus dem Kongo einstudiert hatten. Paul Balenza und seine Musiker revanchierten sich, indem sie mit den Kindern und den Betreuern ein kongolesisches Lied anstimmten. Herr Jean Claude Pembele, der Direktor der Gesamtschule Ndwenga in Kinshasa war von den pädagogischen Konzepten in der Grundschule besonders beeindruckt. Er hat sich vorgenommen, Einiges davon in der Heimat zu übertragen.
Nach einer Stärkung im Sportheim wurde die St. Georgskirche mit Pfr. Alois Ott besucht , dort erfuhren die Gäste die Geschichte der Stadt nach der Ankunft der Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg. Germaine Mvuavua, Mitglied der Gruppe „Familles Chrétiennnes“ in ihrer Pfarrgemeinde in Yolo (Viertel von Kinshasa) interessierte sich besonders für die Arbeit der Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg und die Leistungen, die von diesen Menschen erbracht worden sind. Hier konnte Herr Pfr. Christian Moussavou auch als Übersetzer agieren, da er sowohl Hemmingen als auch den Kongo kennt und als Brückenbauer tätig sein konnte.
Unter dem Stichpunkt Nachhaltigkeit wurde noch den Hemminger  Weltladen besucht. Dieser Besuch, genauso wie der Besuch des Bauernhofes Mühlhof 1 von Familie Silber endete mit einer kleinen Verkostung. Es wurde über die Vorteile des fairen Handels ausgetauscht und wie wichtig dies für die Zukunft der Welt ist. Schließlich sind es schlechte politische Dirigenten und unfaire Handelsbeziehungen, die junge Menschen aus dem Süden dazu bringen, sich in Bewegung zu setzen und Richtung Norden zu fliehen, um dort zu versuchen ein neues, vermeintlich besseres Leben anzufangen.
Wichtig für Cathy Plato war ebenfalls die Unterbringung und Betreuung der Geflüchtete, die von Jürgen Steinbach erläutert wurde.

Am Ende des Tages war es ein anstrengender Tag, der für alle Beteiligten reich an Ereignissen und neuem Wissen war. Für die Menschen aus dem Kongo waren die hier als Selbstverständlichkeiten angesehenen Situationen etwas Besonderes, wie zum Beispiel, dass Herr Bürgermeister Thomas Schäfer so menschlich und nah war, dass er uns so viel seiner wertvollen Zeit gewidmet hat, dass er und sein Vorgänger im Amt, Herr Nafz, freundschaftliche Beziehungen pflegen, dass die Ökumene so fortgeschritten ist. Leider funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den zwei großen Kirchen im Kongo nicht immer reibungslos.
Die 17 Nachhaltigkeitsziele, die von der UNO beschlossen wurden, können nur erreicht werden, wenn alle Länder der Welt gemeinsam daran arbeiten. Dies kann nur möglich sein, wenn man sich begegnet, wenn man voneinander weiß, wenn man sich gegenseitig wahrnimmt, wertschätzt und gemeinsam an diesen Zielen arbeitet. Diese innere Haltung, dass der Süden und der Norden unseres Planeten nur gemeinsam entwickelt werden können, hat Herr Schäfer durch den Empfang deutlich gemacht. Wir hoffen auf weitere Austauschmöglichkeiten, vielleicht kommt in der Zukunft einmal eine kleine Hemminger Delegation in den Kongo. Dort haben sie bereits jetzt Freunde, so die Aussage von Gety Mpanu-Mpanu, Verantwortliche für Entwicklungsprojekte zur Wiederaufforstung im Kongo.

Catherine Nzimbu Mpanu-Mpanu-Plato