Interkommunaler Hochwasserschutz: Gemeinde Hemmingen

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Im Juli 2010 kam es im Einzugsgebiet der Glems (Ditzingen, Gerlingen, Leonberg, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Markgröningen, Schwieberdingen, Stuttgart) zu Überflutungen infolge Starkregen. Dabei traten teils massive Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur auf.
Aufgrund dieser in allen Kommunen ähnlichen Betroffenheit wurde deutlich, dass ein gemeinsames Vorgehen bei der Analyse des Hochwasserereignisses und bei der Planung von Schutzmaßnahmen erforderlich ist.

Mit Unterstützung des Regierungspräsidiums Stuttgart und des Landratsamtes Ludwigsburg wurde als Grundlage eines gemeinsamen Risikomanagements die Erstellung von Starkregengefahrenkarten für das Einzugsgebiet der Glems in Auftrag gegeben. Das Heidelberger Ingenieurbüro Geomer GmbH hat für die beteiligten Glemsanliegerkommunen Gefahrenkarten gefertigt, worin drei verschiedene Stärken von Niederschlagsereignissen und die damit verbundenen Gefährdungen dargestellt sind. Nach Abschluss der Arbeiten und der Prüfung der Plausibilität des Kartenmaterials, können nun die mit aufwendigen Simulationsmodellen erarbeiteten Starkregengefahrenkarten der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Die Karten zeigen potenziell vom Starkregenabfluss betroffene Flächen und beinhalten damit für Grundstücks- und Gebäudeeigentümer im Einzugsbereich wichtige Erkenntnisse und Informationen hinsichtlich Betroffenheit, etwaiger Risiken und möglicher Schutzmaßnahmen.

Zeitplan

2011 ließen die acht betroffenen Kommunen sogenannte „Starkregengefahrenkarten“ erstellen. Erstmals konnte damit gezeigt werden, welche Wege die Wassermassen hin zu Flüssen oder Bächen nehmen können. Neben den Starkregengefahrenkarten sollten Workshops mit Vertretern des Krisenmanagements ebenfalls auf den Einsatz im Krisenfall vorbereiten.Entlang der Glems wurden Hochwasserpegel installiert, die aktuelle Wasserstands- und Hochwasserinformationen per Datenfernübertragung an die Hochwasserzentrale übermitteln. Von dort kann jede Kommune aktuelle Daten zum Hochwasserstand der Ober- und Unterlieger abrufen. Mit diesem Messnetz soll speziell bei kleineren Gewässern, wie der Glems, im Hochwasserfall die Vorwarnzeit für die Einleitung der nötigen Maßnahmen vergrößert werden.
In den Folgejahren arbeitete die interkommunale Gemeinschaft mit Hochdruck am Aufbau eines Starkregenrisikomanagements. 2016 war das Starkregenrisikomanagement (SRRM) abgeschlossen, die Ergebnisse, die kommunal erarbeitet wurden, waren auch das Land nützlich. 2018 entstand der Leitfaden "Kommunales Risikomanagement". Seither befassen sich die Kommunen in vier verschiedenen Arbeitsgruppen mit den Handlungsfeldern: Krisenmanagement, Handlungskonzept, Handlungshilfen und Öffentlichkeitsarbeit. Minister Franz Untersteller informierte sich im Juli 2019 in Ditzingen über das Starkregenrisikomanagement an der Glems. 

Interkommunale Öffentlichkeitsarbeit im HW-Schutz
 
Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, müssen die Ergebnisse den potenziell Betroffenen adäquat kommuniziert werden. Zielgruppe sind: Öffentliche Institutionen, Bürger, Industrie- und Gewerbebetriebe sowie die Land- und Forstwirtschaft. Nur wenn sie über bestehende Gefahren und Risiken informiert werden, ist es den Gefährdeten möglich, ihr Risiko gegenüber Überflutungen aus Starkregenereignissen selbst einzuschätzen und geeignete Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Um dieses Ziel zu erreichen, finden seit 2019 regelmäßige, interkommunale Arbeitstreffen statt. Auf der interkommunalen Webseite starkregengefahr.de können Interessierte für Ihre Gemeinde nachvollziehen, welche Flächen wie stark bei einem Starkregenereignis betroffen sind. Darüber hinaus tragen Bürgerinnen und Bürger aktiv zu einem verantwortungsbewussten Risikomanagement bei, indem sie ihre Beiträge und Erfahrungen zu Ereignisfällen und Schutzmaßnahmen publizieren.

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