Station 21: Gemeinde Hemmingen

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Gutshof des Schlosses (abgebrochen) heute „Wohnpark Schlossgut“

In alten Ortsbeschreibungen findet man fast immer den Hinweis, dass die Hemminger Landwirtschaft durch das vortreffliche Beispiel des Gutsbetriebes auf einer „sehr blühenden Stufe“ stehen würde.

Auf die von Karl Eberhard Friedrich eingeführten neueren Methoden in der Landwirtschaft geht vermutlich auch der Spitzname der Hemminger als „Kuhschwänz“ zurück. Wegen der ganzjährigen Stallhaltung des Rindviehs musste den Kühen vor dem Melken der Schwanz gewaschen werden, wogegen sich die aus den Nachbarorten stammenden Mägde zunächst sträubten.

Während um 1907 beispielsweise 40-50 Arbeitskräfte auf dem Gut beschäftigt waren, wird heute der gleiche Arbeitsumfang mit modernen Maschinen von wenigen Arbeitskräften erledigt. Man stellte damals sogar vom April bis Dezember noch zusätzlich 16 polnische Arbeitskräfte ein.

Nach Vorgabe der Landesregierung in Baden-Württemberg sollten kleinere Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern zu Einheitsgemeinden oder Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen werden. Hemmingen zählte 1968 erst 2.834 Einwohner. Auf diesem Hintergrund beschloss die Gemeinde im Dezember 1968, den Wohnungsbau und die Industrieansiedelung zu intensivieren um zukünftig die Selbständigkeit zu erhalten. Nach Aussiedlung des Gutshofes konnte die Gemeinde in diesem Bereich ca. 10 Hektar Land erwerben, um diese Ziele durchzusetzen. Anfang 1971 wurde der Gutshof abgebrochen, nachdem zuvor noch in den leer stehenden Gebäuden der Fersehkrimi „Fememord“ gedreht wurde.

Der Stuttgarter Architekt Professor Stohrer legte eine Planung für 5- bis 12geschossige Blöcke mit insgesamt 700 Eigentumswohnungen auf einer Fläche von 6,3 Hektar vor, welche in drei Bauabschnitten von 1970 bis 1975 erstellt werden sollten. Der erste Bauabschnitt des „Wohnpark Schlossgut“ wurde 1974 fertiggestellt. Insbesondere die zwei „Terrassenhochhäuser“ erregten einiges Aufsehen. Nach Erschließung weiterer Wohnbaugebiete im Schauchert, konnte am 28. Juli 1973 der 5.000 Einwohner begrüßt werden. Der Landtag konnte die Selbständigkeit Hemmingens bestätigen.

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