Blohnstr. 6: Gemeinde Hemmingen

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Blohnstr. 6

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Der letzte Küfer

In Hemmingen ist der Weinbau schon ab dem Mittelalter überliefert. Im 17. Jahrhundert umgaben die Weinberge den Ort im Norden und Osten – entlang der Hänge zum Glemstal. Somit gab es, um diesen Wein in Fässern lagern zu können, schon lange Zeit den Berufsstand des Küfers. Die Arbeit des Küfers war sehr anstrengend und erforderte viele Begabungen, zumal anfänglich keinerlei Maschinen zur Verfügung standen. Die Fassdauben mussten einzeln von Hand ausgesägt und mit dem Beil zugerichtet d.h. um sie später besser biegen zu können, auf der Innenseite mit dem Drexel (kurzes Haubeil) gebeilt werden.

Weinbau spielte in Hemmingen jedoch im letzten Jahrhundert nur noch eine untergeordnete Rolle. Dafür gab es keinen Bauernhaushalt ohne Mostfass im Keller.

Anders als Karl Bauer jun., dem „Küfer Karl“, der keinen Wein ausbaute oder Getränke vermarktete, betätigte sich Jakob Guggenberger, als er nach dem Krieg heimkehrte, neben seiner Küferei im Getränkehandel. Neben der Herstellung von Fässern, die er bis in die umliegenden Ortschaften lieferte, bezog er neuen Wein aus Hohenhaslach und Horrheim, den er in seinen Fässern zu Wein ausbaute. Bevor Jakob Guggenberger seine Mosterei in der Blohnstaße 1 eröffnete, in der die Äpfel und Birnen maschinell gemahlen und gepresst wurden, musste das Obst im „Hirsch“, bei Gustav Maurer im Lammgässle, oder beim „Schober“ in der Krone von Hand in der Obstmühle (Angerschamühle) gemahlen werden.

Karl Bauer war ausschließlich mit der Herstellung von Most-, Wein-, Güllefässern, Waschzubern oder Krautstanda (Krautfässer) beschäftigt. Hinzu kam noch die Arbeit des Fassputzens.

Auszugsweise aus: „Das Küferei – und Böttcherhandwerk im letzten Jahrhundert in Hemmingen; Mosterei in Hemmingen“, Manfred Gutbrod Februar 2001

Zwischen dem Gebäude Blohnstraße 6 und dem heutigen Kindergarten führte ein öffentlicher Weg auf die Schafweide „Hirschgarten“, welcher hinten durch die Kegelbahn des Gasthauses zum Hirsch abgeschlossen wurde. Über diesen Weg war auch die Küferwerkstatt von Jakob Guggenberger erreichbar.

Die Gemischtwarenhandlung in der Blohnstr. 6;  nach 1945 wurde hier ein Getränkehandel geführt. Hinter dem Gebäude war die Küferei von Jakob Guggenberger untergebracht.

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