Gemeinde Hemmingen

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Station 6 - nördliche Wette

Salpetersiederei
Salpetersiederei
Plan Salpetersiederei
Plan Salpetersiederei

Salpetersiederei

Am Ende des 17. Jahrhunderts wollten sich die württembergischen Herzöge unabhängig von Salpetereinfuhren machen, da dieses für die Herstellung von Schießpulver benötigt wurde. Sie ordneten an, Salpetersiedereien zu errichten. 1784 wurde deshalb in Hemmingen von der Gemeinde eine Werkstätte zur Auslaugung der salpeterhaltigen Erde und zur Abdünnung der Lauge errichtet. Das Gebäude hatte eine Grundfläche von 7,4 m x 4,3 m und war 2,9 m hoch. Es könnte so wie oben dargestellt ausgesehen haben.

Die Salpetersiederzünfte waren, wie das zünftige Handwerk generell, fast eine reine Männerdomäne. Lediglich Witwen durften die Geschäfte ihrer verstorbenen Ehegatten weiterführen und Gesellen einstellen. Eine dieser wenigen Frauen war die Witwe des Salpetersieders Johann Martin Jetter aus Rutesheim. Ihr wurde als Grabungsort auch Hemmingen übertragen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde dieser Handwerkszweig nach Entfall der Privilegien und des Monopols unwirtschaftlich und verschwand. Der letzte Salpetersieder in Hemmingen war Philipp Busch, welcher 1818 auswanderte. Das Gebäude wurde 1823 abgebrochen.