50 Jahre ÖSS
Mit einem festlichen ökumenischen Gottesdienst in der Georgskirche Schwieberdingen feierte die Ökumenische Sozialstation Nördliches Strohgäu am Sonntag, 27. September 2026, ihr 50-jähriges Bestehen.
Unter dem Leitgedanken „Nur gemeinsam gelingt Hilfe – ein heilsamer ,Dachschaden‘“ stand die biblische Geschichte aus dem Markusevangelium im Mittelpunkt, in der Freunde einen gelähmten Mann durch das Dach zu Jesus bringen. Den Gottesdienst gestalteten Pfarrer Oliver Langer aus Möglingen und Wortgottesdienstleiter Herrn Langnau aus Schwieberdingen. Für die musikalische Begleitung sorgte der Hemminger Posaunenchor, unterstützt von Bläserinnen und Bläsern aus Schwieberdingen.
In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Thomas Schäfer als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung die Sozialstation als einen unverzichtbaren Bestandteil der sozialen Infrastruktur in Möglingen, Schwieberdingen und Hemmingen. Seit fünf Jahrzehnten würden Menschen gepflegt, begleitet und unterstützt – bei Krankheit, nach einem Krankenhausaufenthalt, im Alter und nicht selten auch auf ihrem letzten Lebensabschnitt. Hinter diesen 50 Jahren stünden zugleich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Tag für Tag ihr Fachwissen, ihre Persönlichkeit und vor allem ihre Menschlichkeit einbringen.
„Pflege bedeutet weit mehr als eine medizinische oder pflegerische Leistung. Sie bedeutet, einem Menschen zuzuhören, Sicherheit zu geben, Angehörige zu entlasten und manchmal einfach da zu sein“, betonte Schäfer. Gerade angesichts von Fachkräftemangel, wachsendem wirtschaftlichem Druck und zunehmenden Anforderungen dürfe eines niemals aus dem Blick geraten: der Mensch, um den es geht.
Geschäftsführer Niki Friedel richtete in seiner Ansprache den Blick ganz bewusst auf das Herzstück der Einrichtung: die Mitarbeitenden. Er dankte dem gesamten Team für den unermüdlichen täglichen Einsatz, das hohe Fachwissen und die tiefe Menschlichkeit, die Tag für Tag in die Pflege eingebracht werden. Gerade in Zeiten von spürbarem Fachkräftemangel, wachsendem wirtschaftlichem Druck und steigenden gesetzlichen Anforderungen sei dieser Dienst am Nächsten keine Selbstverständlichkeit.
Im Rahmen des Gottesdienstes wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deshalb bewusst in den Mittelpunkt gestellt und für ihr großes Engagement geehrt.
Die Fürbitten machten zugleich deutlich, vor welchen Herausforderungen ambulante Pflege heute steht: Personalknappheit, lange Dienste, neue gesetzliche Anforderungen und steigende Kosten. Gleichzeitig wurde die Verbundenheit der Sozialstation mit den drei Kommunen Hemmingen, Schwieberdingen und Möglingen sowie den örtlichen Kirchengemeinden hervorgehoben.
Die Ökumenische Sozialstation ermöglicht vielen Menschen, auch bei Pflege- und Unterstützungsbedarf möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung und im eigenen Zuhause bleiben zu können. Gemeinsam mit den Krankenpflegefördervereinen und der Nachbarschaftshilfe bildet sie ein wichtiges Netzwerk der Unterstützung im Nördlichen Strohgäu.
Zum Jubiläum galt deshalb vor allem ein großer Dank allen heutigen und ehemaligen Mitarbeitenden sowie allen, die die Arbeit der Sozialstation in den vergangenen fünf Jahrzehnten unterstützt und mitgetragen haben.


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