Breitbandversorgung: Gemeinde Hemmingen

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Breitbandversorgung

Hauptbereich

84% der Hemminger Haushalt mit > 50 MBit/s

Aktuelle Erhebungen des Breitbandbüro des Bundes zeigen, dass bereits 84% der Hemminger Haushalte mit mehr als 50 MBit/s ins Netz gehen können. Dies ist aber lediglich ein Etappenerfolg. Die Entwicklung geht rasant weiter und nur eine Glasfaserinfrastruktur wird nachhaltig den zukünftigen Bandbreitenwünschen gerecht werden können. Nachfolgend ein Blick auf die Entwicklungen in der Hemminger Breitbandversorgung in den letzten Jahren:

Darstellung der Breitband-Situation in Hemmingen

Ende 2008/Anfang 2009 wurde der Ruf nach schneller Internet-Verbindung in Hemmingen immer lauter.

Daraufhin wurde die Situation geklärt, dass Hemmingen am Vermittlungsknoten Münchingen liegt und von dort eine ca. 6 km lange Kupferverbindung nach Hemmingen geführt wird – mit der entsprechenden physikalischen Dämpfung.   Dies hat zur Folge, dass im östlichen Bereich von Hemmingen noch 2-3 Mbit/s ankommen, im westlichen Bereich von Hemmingen lediglich ca. 0,768 Mbit/s möglich sind.

Die Deutsche Telekom wurde im März 2009 angefragt, zu welchen Konditionen ein Breitbandausbau möglich wäre. Daraufhin wurde ein Angebot unterbreitet, das eine Kostendeckungslücke von ca. 270.000 EUR aufwies. Dieser sehr hohe Betrag wurde damit begründet, dass das Telekommunikationsnetz in Hemmingen sehr unstrukturiert gewachsen sei und erst eine kostspielige Restrukturierung notwendig wäre, um im gesamten Ausbaugebiet 16 Mbit/s erzielen zu können.

Dieses Angebot wurde nach wenigen Wochen von der Telekom wieder zurückgezogen. Hintergrund war das Subventionierungsverbot der Europäischen Union, das zum damaligen Zeitpunkt lediglich einen Zuschuss einer Körperschaft an ein privatwirtschaftliches Unternehmen in Höhe von 50.000 EUR (heute 75 TEUR) zuließ.  D.h. obwohl die Gemeinde wahrscheinlich bereit gewesen wäre, diesen Betrag zu setzen, hätten wir dies aus Gründen des EU-Rechts nicht tun dürfen – und die Telekom hätte es auch nicht annehmen dürfen. In der Folge wurde das Beratungsunternehmen tkt Telekonsult aus Backnang eingeschaltet. Durch deren Verbindungen konnten dann auch direkte Ansprechpartner von Telekom, KabelBW und NeckarCom kontaktiert werden.

In einer zweiten Phase wurde der Verbreitungsgrad von KabelBW im Ort untersucht und festgestellt, dass doch bereits große Teile mit der Anschlussmöglichkeit auch von Internet und Telefonie versorgt sind. Aufgrund einer von KabelBW zur Verfügung gestellten Anschluss-Liste wurde ein Plan erstellt, der alle versorgten und versorgbaren Grundstücke in Hemmingen aufwies.Aufgrund dieser Visualisierung war es in der Folge bei Tiefbaumaßnahmen (Abwasser/ Wasser/Straßenbeleuchtung/Abbau Dachständer) auch immer wieder möglich, den weiteren Ausbau der KabelBW-Durchdringung zu forcieren. So konnten in einigen Straßenzügen zum einen die Anwohner bewegt werden, Verträge mit der KabelBW abzuschließen als auch die KabelBW mit einer anteiligen Kostenbeteiligung durch die Gemeinde für die Verlegung der Breitbandverkabelung zum weiteren Ausbau motiviert werden.

Als Konsequenz hat zwischenzeitlich KabelBW auch eine Glasfasertrasse von Schwieberdingen nach Hemmingen verlegt, um der gesteigerten Nachfrage nach Bandbreite und weiteren Anschlussinhabern gerecht zu werden.

Der „Wohnpark Schlossgut I“ mit 358 Wohneinheiten rückte in der Folge ins Zentrum der Überlegungen. Die beiden weiteren Abschnitte des Wohnparks waren bereits mit KabelBW versorgt, nur konnte die Eigentümergemeinschaft nicht davon überzeugt werden, noch eine zusätzliche Inhouse-Verkabelung für KabelBW vornehmen zu lassen.

Somit kam nur die Möglichkeit der Nutzung der bestehenden Infrastruktur, d.h. Kupferverkabelung und TAE-Dose im Haus in Frage.

Hier konnte dann die NeckarCom gewonnen werden. Gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung, der Wohnungsverwaltung und dem Verwaltungsbeirat wurde dafür geworben, dass NeckarCom-Verträge abschlossen werden, da NeckarCom eine Mindestanzahl von Verträgen als Voraussetzung zum Engagement vorgegeben hatte.

Mit mehreren Veranstaltungen konnte dann die in etwa erwartete Zahl von Verträgen realisiert werden und die NeckarCom machte sich Tiefbauarbeiten des Mutterkonzerns EnBW zu Nutze, um die Glasfasertrasse „anzuzapfen“, die auf den Hochspannungstrassen mitgeführt wird. Diese Glasfassertrasse wurde dann zum Linienverzweiger im Ort, im Bereich Münchinger Straße/Freiherr-von-Varnbüler-Straße geführt.

Von dort aus werden dann die meisten der Kabelverzweiger weiter versorgt. Neben dem Linienverzweiger der Telekom hat die NeckarCom zwei OutdoorDSLAM installiert und diese im Mai 2012 in Betrieb genommen.

Vom Linien- bzw. Kabelverzweiger aus wird die bisherige Kupferinfrastruktur genutzt und die NeckarCom mietet hier von der Telekom die TAL (Teilnehmer-Anschluss-Leitung) an. Im Umkreis von ca. 500 m rund um den Linienverzweiger werden auch tatsächlich die zugesagten 50 Mbit/s erreicht.  

Allerdings tritt auch hier das Problem der physikalischen Dämpfung auch, so dass wir z.B. im Wohngebiet „Schauchert“, nördlich der Bahnlinie gelegen, nur noch 16 Mbit/s haben. Weiter tritt die bereits von der Telekom erwähnte „chaotische“ Verkabelung in Hemmingen negativ in Erscheinung, da nicht alle Kabelverzweiger von diesem Linienverzweiger erreicht werden und z.B. die Leitung von Münchingen kommend zu den beiden Gewerbegebieten nördlich und südlich der Münchinger Straße bereits „abgezweigt“ wurde, bevor der Linienverzweiger erreicht ist.

Funklösungen wurden ebenfalls untersucht. Eine UMTS-Anbindung ist überall gegeben. Der nächste LTE-Sender ist derzeit noch am Sportgelände Seehansen, zwischen Hirschlanden und Schöckingen. Über diesen werden insbesondere die südlichen Teile von Hemmingen mit LTE versorgt. Auf dem Hochregallager der Fa. Helukabel hat Vodafone noch einen weiteren Mobilfunk-Masten errichtet, der dann auch gleich mit LTE ausgerüstet ist. 

Von der Telekom haben wir die Aussage, dass derzeit keine Aufrüstung des Mobilfunkmastens auf dem Gebäude der Volksbank in der Hauptstraße vorgesehen ist.  

Im Februar 2014 kam die Fa. Nexiu auf die Gemeinde zu und erklärte, dass sie mittels Richtfunk eine weitere Anschlussmöglichkeit in Sachen Breitband bieten wolle. Die Zuführung nach Hemmingen wird über eine Glasfasertrasse bis zum Gewerbegebiet S-Weilimdorf und von dort über eine Richtfunkstrecke an den Siloturm „BayWa“ in Heimerdingen und dort dann „umgelenkt“ nach Hemmingen realisiert. Auf dem Dach des Aussiedlerhofes „Rohrhof 1“ ist Juni 2014 eine Verteil-Antenne installiert, die insbesondere die Aussiedlerhöfe im westlichen Bereich von Hemmingen versorgt.

Im September 2014 wurde eine zweite Verteilstation im Ortsbereich (Heimerdinger Straße 34) in Betrieb genommen.

Der Anbieter Nexiu tritt auch in den Ditzinger Teilorten Hirschlanden, Schöckingen, Heimerdingen Eberdingen-Hochdorf und dem Hardt- und Schönbühlhof in Erscheinung.

Grundsätzlich ist bei der Richtfunk-Technologie eine Sichtbeziehung zum Sender Vorraussetzung.

Leerrohre für weiteren AusbauBei der Verlegung der Wärmeleitungen durch die Naturenergie Glemstal Biogas GmbH & Co. KG hat die Gemeinde auf eigene Kosten Leerrohre mitverlegt, um hier zukünftig z.B. Glasfaser einzulegen, um in einem ersten Schritt die Kabelverzweiger mit Glasfaser anzubinden und in der Folge auch mögliche FTTH-Anschlüsse realisieren zu können.

Hier werden die nächsten Überlegungen der Gemeinde Hemmingen ansetzen:  Macht es Sinn, aus der bestehenden Leerrohr-Infrastruktur ein eigenes innerörtliches (Hoch/-Höchstgeschwindigkeits-)Netz in kommunaler Hand zu realisieren, welches dann ausgeschrieben und für das ein Betreiber gefunden werden sollte.

Parallel dazu läuft von Seiten des Landkreises Ludwigsburg im Verbund mit dem Verband Region Stuttgart die Planung eines kommunalen Backbone-Netzes.

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