Einweihung der neuen Wasseraufbereitungsanlage der Strohgäu-Wasserversorgung
icon.crdate19.04.2013
Die neue Wasseraufbereitungsanlagedes Zweckverbandes Strohgäu-Wasserversorgung im Wasserwerk Strudelbachtal ist fertig. Nach erfolgreichem Abschluss des Probebetriebs werden nun ab Mitte April 2013 innerhalb des Verbandgebiets auch die Gemeinden bzw. Ortsteile Hemmingen, Heimerdingen und Hochdorf an der Enz sowie der Hardt- und Schönbühlhof mit weichem Wasser versorgt. Am Freitag, den 19. April 2013 fand die Einweihung und der Festakt in Anwesenheit von Umweltminister Franz Untersteller und Landrat Dr. Rainer Haas statt.
Bisher betrug die Wasserhärte in den Gemeinden bzw. Ortsteilen Hemmingen, Heimerdingen, Hochdorf an der Enz sowie dem Hardt- und Schönbühlhof, deren Trinkwasser über einen Brunnen im Strudelbachtal gewonnen und im Hochbehälter Heimerdingen mit Wasser der Landeswasserversorgung gemischt wurde, rund 19 Grad deutsche Härte (°dH) und lag somit im Härtebereich „hart“. Ab sofort liegt diese wie im restlichen Verbandsgebiet im Härtebereich „mittel“ (10°dH). Die anderen Gemeinden des Verbandsgebietes werden mit Landes- und/ oder Bodenseewasser beliefert, das bereits einen geringeren Härtegrad als das Eigenwasser aus dem Strudelbachtal aufweist. Der Zweckverband investierte rund 2,1 Millionen Euro in die neue Anlage.
Der Verbandsvorsitzende und Bürgermeister von Korntal-Münchingen Dr. Joachim Wolf ist zufrieden: „Wir freuen uns, dass die Anlage zeitgerecht fertig gestellt wurde und die Bürger in den vier betreffenden Ortschaften nun in den Genuss weicheren Wassers kommen. Insgesamt blicken wir auf eine erfolgreiche und vor allem effiziente Planungs- und Bauphase zurück, in der der Kostenrahmen nicht nur eingehalten, sondern deutlich unterschritten wurde.“
Die Planungen zur Erneuerung des Wasserwerks Strudelbachtal hatte der Zweckverband bereits im Jahr 2008 aufgenommen. Ausschlaggebend waren einerseits neue gesetzliche Anforderungen an die Wasseraufbereitung. Andererseits konnte man nun durch neue technische Möglichkeiten auch dem Wunsch der Bevölkerung nach „weichem“ Wasser nachkommen. Zusammen mit den Experten der EnBW Regional AG, die die technische Betriebsführung der Strohgäu-
Wasserversorgung inne und die Bauarbeiten geplant und koordiniert hat, führte der Zweckverband Studien durch und testete die technischen Möglichkeiten in einer Pilotanlage. Als Ergebnis dieser sorgfältigen Vorbereitungen entschied er sich für eine mehrstufige Aufbereitungs- und Enthärtungstechnik.
Weitere Informationen zur neuen Anlage und dem Zweckverband:
In der neuen Anlage werden aus dem Rohwasser des Strudelbachtals zunächst über neue Ultrafiltrationsmembranen feinste Trübungsstoffe sowie Bakterien und Viren herausgefiltert. Um das Wasser aber noch weicher zu machen, wird das Trinkwasser durch die ebenfalls neue Enthärtungsanlage geführt. Diese funktioniert nach dem Prinzip einer umgekehrten Osmose. Das Trinkwasser wird gegen eine Membran gedrückt. Diese Membran lässt aber nur das Wasser in seiner ureigensten Form hindurch und hält die enthaltenen Salze und Härtebildner zurück. Der Wirkungsgrad der Anlage wurde besonders hoch ausgelegt, um die Wasserverluste möglichst gering zu halten. Vom ursprünglich eingeleiteten Wasser bleiben nach Ultrafiltration und Enthärtung im Schnitt noch 85 Prozent als Trinkwasser übrig, die anschließend für die Versorgung der Kunden zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird in der Anlage künftig über spezielle Bauteile die Fließenergie des Wassers gleichzeitig zur Stromerzeugung genutzt. Damit entspricht das Bauprojekt höchsten technischen Anforderungen und ist eine effiziente und umweltschonende Investition. Nach fast zweijähriger Bauzeit ist es nun endlich soweit: Die Anlage mit allen peripheren Bauteilen ist fertig gestellt und kann zum 19. April 2013 mit voller Leistung ans Netz gehen.
Der Zweckverband wurde am 6. April 1907 im Saal der Bahnhofswirtschaft (Hotel Jägerheim) in Heimerdingen gegründet. Gründungsmitglieder waren die Gemeinden Heimerdingen, Schöckingen, Weilimdorf und Korntal. Die Gemeinde Hemmingen trat im Juni 1907, die Gemeinde Münchingen im November 1907 und die Gemeinde Hochdorf an der Enz im Juli 1908 bei. Im September 1908 wurde mit dem Hardt- und Schönbühlhof ein Wasserlieferungsvertrag geschlossen. 1921 erfolgte der Beitritt zum Zweckverband Landeswasserversorgung, 1955 zum Zweckverband Bodenseewasserversorgung. Heute beliefert der Zweckverband Strohgäu-Wasserversorgung die Kommunen bzw. Ortsteile Hemmingen, Korntal-Münchingen, Heimerdingen, Schöckingen, Hochdorf an der Enz sowie den Hardt- und Schönbühlhof. Die Wasserabgabe beläuft sich auf rd. 2 Mio. m³. Hiervon stammen zukünftig rd. 0,65 Mio. m³ aus Eigenwasser (seither: 0,45 Mio. m³).

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