Station B: Gemeinde Hemmingen

Seitenbereiche

Station B

Hauptbereich

Kaiserstein

Von dieser Stelle (damals Höhe 346), an der jetzt der so genannte „Kaiserstein“ steht, beobachtete am 22.09.1885 der 88-jährige Kaiser Wilhelm I. mit seinem Gefolge das Manövergeschehen auf den umliegenden Feldern.

Das große Kaisermanöver fand im September 1885 im Strohgäu statt und konzentrierte sich an diesem Tag im Raum Hirschlanden – Schöckingen – Hemmingen.

Bereits am Tag zuvor besuchte der Kaiser mit seinem Gefolge, zu dem u. a. Kronprinz Friedrich; dessen Sohn Prinz Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm II.; Prinz Albrecht von Preußen; Prinz Wilhelm von Württemberg, der letzte König von Württemberg; Prinz Arnulf von Bayern; Prinz Hermann zu Sachsen-Weimar und Feldmarschall Graf Moltke gehörten, Staatsminister von Varnbüler im Hemminger Schloss.

Nach dem Tod von Wilhelm I. im März 1888, fasste man den Entschluss, in Hemmingen an dieser Stelle ein einfaches Steindenkmal zu errichten.

Graf Leutrum-Ertingen stellte das Grundstück, in seinem Besitz, wegen des "patriotischen Zwecks" unentgeltlich zur Verfügung. Das entsprechende Denkmal wurde von Freiherr Axel von Varnbüler entworfen; die verwendeten Sandsteinblöcke suchte er ebenfalls selbst im Liebenzeller Wald aus.

Gemeinsam mit Felssteinen aus der Umgebung wurde eine Pyramide errichtet, auf deren Spitze ein Adler aus Metall saß.

An der Vorderseite befand sich ein eingelassenes Reliefbild des Kaisers. Umgeben wurde das Denkmal von Bäumen, u.a. einer Kaiser-Wilhelm-Linde. Das Denkmal selbst war mit Farnkraut, Moos, Efeu und Kornblumen bewachsen.

Am Pfingstmontag, den 10.06.1889 wurde das Denkmal mit Gesang des Liederkranzes Hemmingen und verschiedenen Reden feierlich eingeweiht (siehe Liedertext links).

Während der Revolution 1918 wurde das Denkmal teilweise zerstört und das Metall entwendet.

1933 wurde ein neuer Adler angefertigt und an Stelle der verschollenen Gedenktafel die Inschrift ,,Erneuert im Jahre deutscher Schicksalswende 1933“ angebracht.

Nach dem 2. Weltkrieg fehlten erneut der Adler und die Inschrift. Der Adler wurde wieder ersetz und um 1980 entwendet, sodass heute nur noch die Pyramide vorhanden ist.

Heute ist das Denkmal von einer Grünanlage mit Spielplatz eingefasst.

Im Neuen Bau befindet sich ein weiterer Gedenkstein, der an den Besuch des Kaisers und seinem Gefolge im Hemminger Schloss erinnert. Ursprünglich befand sich dieser im Rasen vor dem Schloss, bis er nach dem Krieg zum Schutz vor Umwelteinflüssen in den Neuen Bau gebracht wurde.

Die Inschrift dieses Steines zählt die Besucher des Schlosses vom 21.09.1885 auf.

Hemmingen kann noch einen weiteren Kaiserbesuch verzeichnen. Im Rahmen eines Kaisermanövers in der Umgegend besuchte Kaiser Wilhelm II. am 12.09.1899 Axel von Varnbüler im Hemminger Schloss. Zu seinem Gefolge gehörten Prinz Max von Baden, Prinz Albert von Schleswig-Holstein und weitere hochrangige Offiziere und Generäle.

Entwürfe für das Denkmal von Freiherr Axel von Varnbüler

Flakstellung beim Kaiserstein

Auf mehreren Äckern im Gewann Krummes Land beim Kaiserstein befand sich ab Ende August 1939 eine Flakscheinwerferstellung.

Ab dem 26.08.1939 war dort die 2. Batterie, Reserve-Flakscheinwerfer-Abteilung 258 , bis März 1941 dann eine andere Einheit stationiert.

Im März 1941 war die Stellung kurzzeitig nicht besetzt, dann wechselten die Einheiten mehrmals und als letztes war dort vermutlich die 11. Scheinwerfer-Batterie/Flak-Regiment 25 bis Ende 1941 abkommandiert.

1941 bestand die Scheinwerferstellung aus mehreren Baracken samt Splitterwehren, einem Horchgerät, einem Scheinwerfer, einer elektrischen Leitung, einem geschotterten Zufahrtsweg und einem Beobachtungsturm.

Dieser wurde im Frühjahr 1941 mit den Grundrissausmaßen von etwa 10 auf 10m errichtet.

1942 befanden sich die Grundstücke in schlechtem Zustand, die Stellung selbst war verwahrlost.

Anfang 1943 war die Stellung zum größten Teil abgebaut, die verbliebenen 2 Baracken wurden noch vor der Frühjahrsbestellung der Felder entfernt und die Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung zurückgegeben. Das Wiederherstellen der Grundstücke mussten die Grundstückseigentümer selbst übernehmen.

Die in der Umzäunung des Kaisersteins noch stehenden Baracken und der in der Nähe stehende Turm blieben vorläufig stehen. Der Turm wurde im weiteren Verlauf des Jahres 1943 beseitigt und auch die restlichen Spuren der Scheinwerferstellung wurden durch die Grundstücksbesitzer beseitigt.

Publikationsgenehmigungen HStA-Stuttgart: P10 Bü 592 und 595

Infobereiche

Schnellauswahl